Redaktion Terrassenüberdachung Augsburg · Inhaltlich geprüft · Zuletzt aktualisiert: 18.10.2026
Eine vorhandene Terrassenüberdachung lässt sich fast immer nachträglich beschatten: mit Unterglasmarkise, Aufdachmarkise, Plissee oder Senkrechtmarkise. Welches System passt, hängt von Dachart, Sonnenlage und Windschutz ab. In Augsburg sind es im Mittel 44 Sommertage über 25 °C, und Windzone 2 verlangt feste Führungen statt frei hängender Tücher.
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Schicken Sie uns Fotos und Maße Ihrer Überdachung – wir prüfen, welches System sich nachrüsten lässt.
Viele Dächer in Augsburg wurden gebaut, als Hitze noch kein Thema war: ein Glasdach für Licht, mehr nicht. Heute merken die Besitzer im Juli, dass es darunter wärmer wird als im Garten. Das lässt sich beheben, ohne das Dach zu tauschen. Unsere Seite zur Beschattung zeigt die Systeme im Überblick, dieser Ratgeber erklärt das Nachrüsten im Bestand.
Eine Unterglasmarkise lässt sich am vorhandenen Sparren befestigen.
Markise nachrüsten: vier Systeme für die Terrassenüberdachung
- Unterglasmarkise: läuft unter dem Dach in seitlichen Schienen und wird vor Wetter geschützt.
- Aufdachmarkise: liegt über der Eindeckung und hält die Strahlung ab, bevor sie Wärme erzeugt.
- Plissee: faltbares Gewebe in zwei Schienen, fein verstellbar, auch schräg einsetzbar.
- Senkrechtmarkise: schützt die Seiten oder Front gegen tief stehende Sonne und neugierige Blicke.
Kombinieren lassen sich mehrere: oben eine Markise gegen die Mittagssonne, an der Westseite eine Senkrechtmarkise gegen die Abendsonne. Gerade am Nachmittag zeigt sich, wie stark die Sonne seitlich einfällt.
Sonnenschutz nachrüsten im Vergleich
| System | Hitzeschutz | Windfestigkeit | Nachrüstung |
|---|---|---|---|
| Unterglasmarkise | mittel | hoch, da geschützt | meist unkompliziert am Sparren |
| Aufdachmarkise | sehr hoch | mittel, Sensor empfohlen | aufwendiger, Statik prüfen |
| Plissee | mittel | hoch durch Führung | gut bei Stegplatten und Glas |
| Senkrechtmarkise | seitlich hoch | hoch mit Schienen | benötigt Pfosten oder Wandanschluss |
Qualitative Einordnung nach Bauart; konkrete Grenzwerte nennt das Datenblatt des jeweiligen Herstellers.
Beschattung je nach Dachart des Bestands
Bei einem Glasdach liegt der Reiz auf der Hand: Das Tageslicht bleibt, die Wärme wird gedämpft. Klarglas heizt sich stärker auf als Milchglas; wer nachrüstet, gewinnt dort den größten Effekt.
Bei Stegplatten ist der Bedarf kleiner, weil die Platten ohnehin diffus streuen. Hier genügt oft ein Plissee unter den Sparren. Holzdächer nehmen Befestigungen gut auf, verlangen aber saubere Abdichtung der Bohrungen, damit kein Wasser in das Holz zieht.
Vor dem Kauf prüfen: Sind die Sparren tragfähig genug und liegt die Rinne so, dass die Markise nicht daran schleift? Ein kurzer Termin vor Ort klärt das, bevor ein Fertigsystem bestellt wird, das am Ende nicht passt.
Wind und Föhn: Windzone 2 beim Nachrüsten
Augsburg liegt in Windzone 2 mit 25,0 m/s Basiswind (DIN EN 1991-1-4). Auf dem offenen Lechfeld, etwa in Königsbrunn oder Kissing, treffen Böen ungebremst auf Terrassen. Frei ausgefahrene Tücher nehmen dabei viel Kraft auf und reißen im Zweifel Befestigungen aus der Fassade.
Darum gelten für Nachrüstungen einfache Regeln: Systeme mit seitlicher Führung wählen, Befestigungen in tragfähigen Sparren verankern, nicht im Putz, und einen Windsensor ergänzen, der bei Sturm einfährt. Wer das spart, riskiert ein beschädigtes Tuch und im ungünstigsten Fall ein beschädigtes Dach.
Zusatzlast der Markise: warum die Statik des Bestands zählt
Gewicht, Zug und Schnee
Jede Markise bringt Gewicht und Zugkräfte in die Konstruktion, die bei der ursprünglichen Planung vielleicht nicht vorgesehen waren. Bei Schneelastzone 1a mit rund 1,0 kN/m² kommt die Schneelast hinzu, sobald sie auf dem Dach liegen bleibt.
Aufdachsysteme sollten deshalb im Winter eingefahren und, wo es der Hersteller verlangt, abgedeckt sein. Wir prüfen anhand der Profilserie, ob die Reserven für Ihre Variante reichen, bevor ein Auftrag zustande kommt.
Antrieb und Sensorik: Kurbel, Funk oder Automatik
Eine Kurbel ist robust und braucht keinen Strom, wird aber an einer großen Fläche mühsam. Der Funkmotor ist heute Standard; mit Sonnen- und Windsensor fährt die Markise selbstständig aus oder ein. Beim Nachrüsten ist die Stromversorgung der Knackpunkt: Ein Anschluss muss in Reichweite liegen, sonst wird eine Leitung nötig, die eine Elektrofachkraft verlegt.
- Funkfernbedienung: ein Handsender für mehrere Behänge.
- Windsensor: fährt bei Böen automatisch ein, wichtig bei Aufdachlösungen.
- Sonnensensor: fährt bei Strahlung aus, auch wenn niemand zuhause ist.
So läuft das Nachrüsten in Augsburg ab
- Bestandsaufnahme: Dachart, Profil, Sparrenabstand und Rinnenlage erfassen.
- Systemwahl: Himmelsrichtung und Windlage entscheiden über Typ und Behang.
- Prüfung der Befestigung: Tragfähigkeit der Sparren und der Wand klären.
- Einbau und Stromanschluss: Montage aus einer Hand, Netzanschluss durch Elektrofachkraft.
- Einstellung: Endlagen, Sensorschwellen und Fernbedienung gemeinsam testen.
Im Altstadt-Ensemble gilt eine Sonderregel: Wird eine Befestigung an der Fassade eines Denkmals nötig, ist vorab die Erlaubnis der Unteren Denkmalschutzbehörde einzuholen (Art. 6 BayDSchG, Quelle: gesetze-bayern.de). In Siedlungen mit knappen Grenzabständen achten wir außerdem darauf, dass seitliche Behänge die Nachbarn nicht stören.
Fazit: Markise nachrüsten in Augsburg lohnt sich meist
Wer sein Dach schon hat, spart mit einer gezielten Nachrüstung das Geld für einen Neubau. Wichtig sind eine saubere Bestandsprüfung, ein windfestes System und eine Steuerung mit Sensor. Dann bleibt die Terrasse auch an den vielen Sommertagen angenehm nutzbar.
Häufige Fragen zum Nachrüsten von Sonnenschutz
Kann ich an eine vorhandene Terrassenüberdachung nachträglich eine Markise anbauen?
In den meisten Fällen ja. Entscheidend sind Dachart und Profil: Bei Glasdächern wählt man eine Unterglasmarkise, bei Stegplatten eher ein Plissee oder eine Aufdachlösung. Wir prüfen vor Ort, ob Sparren und Rinne Befestigungspunkte bieten und ob die Tragreserven für das Zusatzgewicht ausreichen.
Unterglasmarkise oder Aufdachmarkise: was hält die Hitze besser ab?
Die Aufdachmarkise. Sie sitzt außen auf dem Glas und fängt die Strahlung ab, bevor sie das Glas erwärmt. Die Unterglasmarkise bleibt unter der Scheibe, dort staut sich Wärme etwas stärker. Dafür ist sie vor Wind und Schnee besser geschützt. Wer viel Sonne hat, aber keine Böen, entscheidet sich meist für außen.
Wie viel Wind verträgt eine nachgerüstete Markise?
Das hängt vom System ab, und dafür gibt es Herstellerangaben. Augsburg liegt in Windzone 2 mit 25,0 m/s Basiswind. Offene Markisen fahren Sie bei Sturm ein; ein Windsensor übernimmt das automatisch. Senkrechtmarkisen mit Führungsschienen halten deutlich mehr aus als freie Tücher.
Braucht die Markise an der Überdachung eine Genehmigung?
Normalerweise nicht, wenn sie an einer bestehenden, genehmigungsfreien Überdachung bleibt. In Bayern sind Terrassenüberdachungen bis 30 m² verfahrensfrei (Art. 57 BayBO). Im Altstadt-Ensemble oder an Einzeldenkmälern kann dagegen schon eine Fassadenbefestigung erlaubnispflichtig sein, dann fragen Sie vorab die Untere Denkmalschutzbehörde.
Wie viele Tage im Jahr brauche ich in Augsburg wirklich Sonnenschutz?
Rechnen Sie mit etwa 44 Sommertagen über 25 °C pro Jahr, dazu rund 8 heißen Tagen über 30 °C (Stadt Augsburg, Mittel 1991–2020). Die Werte steigen seit Jahrzehnten. Besonders Südwest-Terrassen heizen sich am Nachmittag stark auf, dort lohnt sich Beschattung auch an Tagen unter der 25-Grad-Marke.
Lässt sich eine Markise später motorisieren?
Ja, bei vielen Systemen lässt sich ein Funkmotor nachrüsten, wenn Tuchwelle und Gestell dafür ausgelegt sind. Günstiger ist der Einbau von Beginn an. Wer später Sensoren für Wind und Sonne ergänzen will, plant eine Steckdose oder ein Leerrohr gleich mit ein, damit kein Kabel nachträglich verlegt werden muss.
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