Redaktion Terrassenüberdachung Augsburg · Inhaltlich geprüft · Zuletzt aktualisiert: 18.10.2026
Augsburg liegt in Schneelastzone 1a (rund 1,0 kN/m² auf 494 m) und in Windzone 2 (25,0 m/s Basiswind). Beides liegt über den Werten, die in vielen NRW-Städten gelten, und bestimmt Sparrenabstand, Profilstärke, Glasdicke und Verankerung. Eine Überdachung, die für diese Zonen nicht nachgewiesen ist, gehört hier nicht aufs Haus.
Statik für Ihr Grundstück prüfen lassen
Wir legen Profile, Glas und Verankerung auf Schneelastzone 1a und Windzone 2 aus.
Statik ist das Thema, über das beim Kauf am wenigsten gesprochen wird und das nach dem ersten Winter am meisten zählt. Ein Dach, das Schnee und Sturm nicht standhält, ist nicht nur ärgerlich, sondern gefährlich. Wir zeigen, welche Werte in Augsburg gelten und was sie für Ihre Alu-Terrassenüberdachung bedeuten.
Schneelastzone 1a: Der Schnee bleibt hier oft länger liegen als in vielen anderen Städten.
Lastzonen in Augsburg auf einen Blick
| Größe | Wert für Augsburg | Grundlage |
|---|---|---|
| Schneelastzone | 1a | DIBt-Zuordnung nach Verwaltungsgrenzen |
| Rechenwert Schnee | rund 1,0 kN/m² auf 494 m | DIN EN 1991-1-3/NA |
| Windzone | 2 | DIBt-Zuordnung, Stand 05.07.2021 |
| Basiswind | 25,0 m/s | DIN EN 1991-1-4 |
Der Rechenwert ist eine Orientierung zur Einordnung, keine Statik-Zusage. Verbindlich ist die Berechnung am konkreten Standort. Zonen-Quellen: dibt.de-Zuordnung, abgedruckt in Herstellerunterlagen (Stand 2021/2022).
Schneelast: warum Zone 1a in Augsburg zählt
Zone 1a bedeutet, dass der Rechenwert der Zone 1 mit dem Faktor 1,25 multipliziert wird. Bei 494 m Höhe führt das auf rund 1,0 kN/m². Zum Vergleich: In Zone 1 auf geringer Höhe, wie in manchen NRW-Städten, liegt der Mindestwert bei 0,65 kN/m². Der Unterschied beträgt also mehr als die Hälfte.
Dazu passt das Bild der Stadt: Nach München gilt Augsburg als schneereichste Großstadt Deutschlands (Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Augsburg), und es gibt im Schnitt 102 Frosttage im Jahr (Stadt Augsburg, Amt für Statistik, KM 2021/01). Für das Dach heißt das: Dauerlast im Winter, nicht nur eine seltene Spitze.
Zur Einordnung: Ein Kubikmeter Nassschnee kann ein Vielfaches von Neuschnee wiegen. Die Normlast deckt das ab, aber nur, wenn das Dach tatsächlich für sie gebaut ist.
Der Umkreis im Vergleich: Höhe macht den Unterschied
Alle Gemeinden der Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg liegen in Zone 1a. Der Rechenwert hängt dennoch vom Gelände ab, denn je höher der Standort, desto größer die Last. Die Tabelle zeigt Näherungen:
- Meitingen, Lechtal (433 m): etwa 0,9 kN/m².
- Augsburg (494 m): rund 1,0 kN/m².
- Königsbrunn, Bobingen, Mering, Kissing, Großaitingen (über 515 m): rund 1,1 kN/m².
- Schwabmünchen (558 m): rund 1,2 kN/m², der höchste Wert im Umkreis.
Das sind Ableitungen aus der Höhenformel, keine Zusagen. Wer in einer Randlage wohnt, bekommt die genaue Zahl vom Statiker; wir geben sie beim Aufmaß an.
Windlast: Zone 2 mit 25,0 m/s
Die kreisfreie Stadt Augsburg und beide Nachbarlandkreise sind komplett Windzone 2 zugeordnet. Der Basiswind beträgt 25,0 m/s statt 22,5 m/s in Zone 1 (DIN EN 1991-1-4). Der Unterschied klingt klein, wirkt sich aber auf Böen und damit auf die Kräfte am Wandanschluss aus.
Auf dem offenen Lechfeld rund um Königsbrunn, Kissing und Mering fehlt jeder Windschutz, und an der Lechleite bei Friedberg verstärkt sich der Föhn. Die Windzone-Zuordnung stammt aus einem Herstellerabdruck der DIBt-Tabelle (Stand 05.07.2021); die amtliche Bekanntmachung prüfen wir vor dem Bau gegen.
Was das für Dach, Glas und Profile bedeutet
- Sparrenabstand: bei höherer Schneelast enger gesetzt.
- Profilquerschnitt: kräftigere Querschnitte statt Einsteigerprofile.
- Glasdicke: VSG nach DIN 18008-2 mit 8 bis 12 mm, je nach Raster.
- Pfostenfüße: größere Fundamente oder Schraubfundamente mit Reserve.
- Bewegliche Teile: Glasschiebewände und Lamellen mit Windsicherung.
Wir rechnen diese Punkte nicht als Aufschlag auf den Preis, sondern als Teil der Profilwahl. Das erklärt auch, warum zwei Angebote mit gleicher Fläche unterschiedlich ausfallen: Das günstigere ist manchmal für eine leichtere Zone gerechnet.
Verankerung: Wandanschluss und Fundament
Die Lasten gehen vom Dach durch die Pfosten ins Fundament und durch den Wandanschluss ins Haus. Der Wandanschluss muss Zug und Druck aufnehmen können, deshalb prüfen wir Wandaufbau und Dübelart. Bei Fassaden mit Dämmung wird durch die Dämmung hindurch in die tragende Wand verankert.
Bei freistehenden Dächern tragen allein die Pfosten, und der Untergrund spielt eine größere Rolle. Im Lechfeld mit seinem Schotteruntergrund halten Punktfundamente gut, benötigen aber Tiefe und Bewehrung. Die Seite zur freistehenden Überdachung erklärt die Bauweise.
Wind von unten: warum Sogkräfte bei Dächern zählen
Nicht nur der Druck von oben
Bei Sturm wirkt auf ein offenes Dach nicht nur Druck, sondern auch Sog von unten, ähnlich wie bei einem Flugzeugflügel. Ohne ausreichende Verankerung hebt ein Dach an der Hauswand ab.
Deshalb zählt die Zugkraft an den Ankern. Wir wählen Schraubengröße und -anzahl nach dem Nachweis und dokumentieren sie bei der Abnahme.
Angebot prüfen: diese Angaben gehören hinein
- Schneelastzone und Windzone: ausdrücklich genannt und auf Augsburg bezogen.
- Zulässige Flächenlast: in kN/m² für das gewählte Dach.
- Glasaufbau: VSG mit Stärke und Norm.
- Verankerung: Art und Anzahl der Anker sowie Fundamenttyp.
- Statik-Nachweis: objektbezogen oder typengeprüft, nicht nur ein Prospekt.
Ein Anbieter, der diese Punkte nicht beantworten kann, hat vermutlich nicht für Ihre Zone gerechnet. Fragen Sie nach, bevor Sie unterschreiben. Das gilt für Importware aus dem Ausland genauso wie für Angebote aus der Nachbarschaft.
Fazit: Schneelast und Windlast in Augsburg ernst nehmen
Zone 1a und Windzone 2 sind keine Randnotizen, sondern der Maßstab für jedes Dach in Augsburg und im Landkreis. Mit dem passenden Profil, dem richtigen Glas und einer sauberen Verankerung hält die Überdachung Winter und Föhn aus. Alles andere ist gespart an der falschen Stelle.
Häufige Fragen zu Schneelast und Windlast
In welcher Schneelastzone liegt Augsburg?
Augsburg liegt in Schneelastzone 1a, ebenso alle Gemeinden der Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg (DIBt-Zuordnung nach Verwaltungsgrenzen). Auf der Stadthöhe von 494 m ergibt das einen Rechenwert von rund 1,0 kN/m². Das ist mehr als der Mindestwert der Zone 1, wie ihn viele Städte in Nordrhein-Westfalen ansetzen.
Welche Windzone gilt für eine Terrassenüberdachung in Augsburg?
Windzone 2 mit einem Basiswind von 25,0 m/s nach DIN EN 1991-1-4. Sie gilt für die Stadt und die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg. Das ist höher als in Zone 1 mit 22,5 m/s. Wandanschluss, Pfostenfüße und beweglichen Teile wie Glasschiebewände oder Lamellen werden darauf verankert.
Reicht ein Standard-Bausatz für die Schneelast in Augsburg?
Nicht automatisch. Viele Bausätze sind für niedrigere Lastzonen dimensioniert oder liefern keine objektbezogene Statik mit. Verlangen Sie die zulässige Schneelast in kN/m² schriftlich und vergleichen Sie sie mit Ihrer Zone. Fehlt der Nachweis, fragen Sie nach, bevor Sie bestellen oder Fundamente setzen lassen.
Wie dick muss das Glas für Augsburg sein?
Üblich sind 8 bis 12 mm Verbundsicherheitsglas nach DIN 18008-2, je nach Sparrenabstand und Schneelastzone. Die genaue Stärke ergibt sich aus der Statik des Daches, nicht aus der Postleitzahl. Wir legen sie beim Aufmaß fest und nennen sie im Angebot, damit Sie Angebote vergleichen können.
Muss ich im Winter Schnee vom Terrassendach räumen?
Bei einem für die Zone bemessenen Dach normalerweise nicht, weil die Auslegung die Normlast berücksichtigt. Bei außergewöhnlich nassem Schnee oder stark verwehten Mengen lohnt ein Blick. Räumen Sie dann vom Boden aus mit weichem Besen, niemals vom Dach, und nie mit scharfem Werkzeug auf Glas oder Stegplatten.
Unterscheidet sich die Last im Umland von Augsburg?
Die Zone bleibt 1a, der Rechenwert schwankt aber mit der Höhe: vom Lechtal bei Meitingen mit rund 0,9 kN/m² bis nach Schwabmünchen mit rund 1,2 kN/m². Königsbrunn, Bobingen, Mering, Kissing und Großaitingen liegen bei etwa 1,1. Das sind Näherungen; verbindlich ist die Berechnung am konkreten Standort.
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